IG Integration + Neunkirchen hilft sofort

Die Ausbreitung des Coronavirus sorgt derzeit in der Flüchtlingsunterkunft “Ohlenhohnstraße” für Unruhe. Die Mitglieder der IG Integration + versuchen, die Geflüchteten für die Corona-Pandemie zu sensibilisieren, sie aufzuklären und so weit es geht zu unterstützen.

Eine Studie besagt, dass das Risiko sich mit Corona zu infizieren in Flüchtlingsunterkünften, besonders hoch ist. Eine Unterkunft, in der es Corona-Infektionen gibt, wird komplett unter Quarantäne gestellt. Alle Bewohner, sowohl positiv als auch negativ getestete, werden unter Quarantäne gestellt, so die Erfahrung vor einigen Wochen, als das Heim unter eine 14-tägige Ausgangssperre gestellt wurde. Die Gemeinde hat Desinfektionsspender angebracht und Hinweise zum Corona-Virus in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt. Doch leider können viele der im Heim lebenden Menschen nicht lesen, so dass Aufklärungsarbeit nötig ist.

Moses, ein geflüchteter junger Mann aus Afrika, hat es besonders schwer getroffen. Aufgrund einer Operation ist sein Infektionsrisiko sehr hoch und die Sorge, sich anzustecken groß. Henny Schäfer-Einfinger hat sich seiner angenommen und versucht, bei der Gemeinde “Mundschutz” zu bekommen, da das Budget von Moses kaum Spielraum lässt, um Atemschutzmasken zu kaufen. Leider wurde bis heute seitens der Gemeinde nicht geholfen, so dass die IG Integration + über “Lohmar hilft” einige FFP2 Masken organisieren konnte. Das Team legte noch einige Stoffmasken dazu, so dass Moses erst einmal gut eingedeckt ist.

Für uns darf das Risiko, mit Corona infiziert zu werden, nicht davon abhängen, wie viel Geld jemand monatlich zur Verfügung hat – wir helfen da, wo es nötig ist und das schnell und unbürokratisch.

Theresia Jonas
IG Integration + Neunkirchen

Kreative FreiZeiten

Spiel- und Beschäftigungsideen für Flüchtlingskinder

Beim Tanzen, Singen, Bauen, mit Musik oder beim Basteln kommen sich die Kinder  näher und all das wirkt sich positiv auf ihr eigenes Wirken aus, so die Feststellung von Henny Schäfer-Einfinger, die zweimal wöchentlich im Rahmen des „KOMM-AN“ Förderprogrammes NRW eine kreative und erlebnispädagogische Beschäftigung für Flüchtlingskindern anbietet.  Henny, die sich schon viele Jahre um die Belange von Kindern kümmert, weiß genau, was die  Kinder mögen.   Sechs bis 10 Jahre alt sind die Kinder, die mit Scheren, Papier, Kleber, Wolle und Pinseln die schönsten Dinge fertigen.  Henny behält immer den Überblick und erläutert: „Die Kinder müssen lernen zu warten, sie müssen sich die Materialien teilen und ein „Nein“ akzeptieren. „Wenn sie mit Jungen und Mädchen arbeitet, dann achtet sie immer darauf, dass sie spielerisch die Regeln lernen, die sie brauchen, um im Kindergarten oder in der Schule keine Probleme zu bekommen. Einige der Kinder haben aufgrund ihrer Zuwanderung Probleme mit der deutschen Sprache, vor allem das Lesen macht ihnen zu schaffen. Mit Hilfe des Förderprogrammes „KOMM-AN NRW“ Rhein-Sieg können wir ihnen die Möglichkeit geben, ihre sprachliche Benachteiligung abzubauen und sie somit besser in unsere Gesellschaft zu integrieren. Das Team der IG Integration + Neunkirchen ist froh darüber, dass sich  viele Kinder  dem Angebot angeschlossen haben und mit viel Freude und Begeisterung daran teilnehmen.

 

Theresia Jonas

IG Integration + Neunkirchen

Flüchtlingsfrauen lernen Deutsch

Sie waren Lehrerinnen, Studentinnen und Hausfrauen, als sie noch eine Heimat hatten. Vor gar nicht so langer Zeit waren sie in Teheran, Istanbul und anderen Städten zu Hause. Jetzt sind sie erst einmal heimatlos und warten auf ihre Anerkennung als Flüchtlinge. Doch sie geben sich Mühe, in Deutschland, genauer gesagt in Neunkirchen-Seelscheid, heimisch zu werden. Eine Grundvoraussetzung dafür, das haben die Frauen schnell erfahren, ist das Erlernen der deutschen Sprache.

Am Anfang steht Sich-Kennenlernen. Jede Frau stellt sich mit Namen vor – auf Deutsch! Hemmschwellen abzubauen ist das größte Problem, sagt Ingrid Opitz, die sich bereit erklärt hat den Unterricht zu gestalten und den jungen Frauen mit Kompetenz und Herzlichkeit zweimal in der Woche die deutsche Sprache näher zu bringen. Frau Opitz, die viele Jahre als Leiterin der Stöberstube Neunkirchen aktiv war, wollte sich eigentlich nichts „Neuem“ widmen, bis sie von der Not der Frauen „ohne“ Sprachkurs gehört hatte.

Beherzt nahm sie Kontakt mit der IG Integration + auf und in kürzester Zeit fanden die regelmäßigen Treffen in der Alten Schule statt. Mit Hilfe des Förderprogrammes NRW „KOMM-AN“ können notwendige Lernmaterialen gekauft werden, die den Frauen helfen, die Sprache besser zu verstehen. Danke an Ingrid Opitz, die diesen Beitrag zur Integration leistet und viel Erfolg den Frauen bei ihrem „Heimisch-Werden in Deutschland und in der deutschen Sprache!


Wer Interesse hat sich dem Sprachkurs anzuschließen kann dies gerne tun. Der Unterricht findet jeden Montag und Freitag von 9:30 bis 11:00 Uhr in der Alten Schule in Neunkirchen statt.


Theresia Jonas
IG Integration + Neunkirchen

IG Integration + Neunkirchen sieht die Notwendigkeit zu spenden

„Moria war schon zuvor kein Ort, an dem ein menschenwürdiges Leben möglich war – jetzt ist er endgültig dahin und wir müssen endlich handeln! Wir brauchen Direkthilfen, um die Menschen aus der lebensbedrohlichen Gefahr zu retten – und zwar sofort! Jeder Tag, an dem nichts geschieht, ist ein Verlorener! Wir brauchen zielstrebige und humane Wege, Menschen ans Festland und in die restliche EU zu bringen. Wir brauchen  selbstbewusste Agenden, um Fluchtursachen zu bekämpfen, damit Menschen sich erst gar nicht in derartige Gefahren begeben müssen. Es gibt kein ‚Weiter so‘“, fordert die IG.

Die verheerenden Brände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos haben Zerstörung und Chaos hinterlassen. War die Situation zuvor schon angespannt, so befinden sich die Flüchtenden nun in einer noch katastrophaleren Lage.

Den Menschen dort fehlt es an Medikamenten, sauberem Trinkwasser und einem Lichtblick in die Zukunft.

Gerhard Trabert, Gründer und 1. Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland, hat uns gezeigt, wie schnell und professionell sein Team auf Lesbos Hilfe leisten konnte. Er reiste für ein paar Tage vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen und den Bedarf an Hilfsgütern zu koordinieren. Als Mediziner versorgte er Hunderte von Flüchtlingen. Die Anstrengung seines Teams ist besonders groß, sie leisten dringend benötigte Nothilfe, psychosoziale und juristische Beratung.   

Wir als IG Integration + Neunkirchen haben uns entschieden, Dr. G. Trabert mit seinem Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ zu unterstützen ( www.armut-gesundheit.de) und hoffen, dass sich uns viele Menschen anschließen werden.

Wir sind uns sicher, dass jede Spende ein Zeichen von Mitmenschlichkeit ist und glauben ganz fest daran, dass sie die Not der Menschen in Moria lindern wird. 

Wer helfen möchte, kann dies gerne über o.g. Homepage tun oder schließt sich unserem Spendenaufruf an und spendet per PayPal an Simonjonas@gmx.de

Halten wir es wie Albert Schweizer „Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren

 Sabine Fix, Brigitte Niedermeyer, Tarja Palonen-Heisse, Waltraud Horn, Marietta Meuser, Kathi Lippens, Katharina Janssen, Henny Schäfer-Einfinger und Theresia Jonas

 

 

IG Integration+ klagt über Bürokratie

Mit „Behördenkram“ klarzukommen, ist schon für deutsche Bürger schwierig. Flüchtlinge fühlen sich damit oft völlig überfordert. Die meisten der Menschen aus anderen Ländern und Kulturen brauchen jahrelang Unterstützung – nicht nur, wenn es darum geht, Deutsch zu lernen.

Die Mitglieder der IG Integration +  gehören in Neunkirchen zu den aktivsten Ehrenamtlichen, die nach wie vor den Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen.  Sie sind neben ihrer ehrenamtlichen Arbeit auch  im Flüchtlingsrat Rhein-Sieg engagiert, der nach langer Vorarbeit seine Arbeit aufgenommen hat.

Bei all den Problemen, die auf die Geflüchteten zukommen ist die Bürokratie ein der größten Hindernisse, die es gilt zu überwinden. Wir  arbeiten Anträge mit mehrseitigen Abfragen zu Bildungsstand und Qualifikationen durch, füllen Anmeldungen für Integrationskurse aus, seitenlange Kindergeldanträge sowie  Bewilligungsanträge werden bearbeitet  und oft kämpfen wir uns  im Krankheitsfall durch Anamnesebögen durch. Im Stich gelassen fühlen sich die Flüchtlingshelfer vor allem beim Thema „Räumlichkeiten“. Im Flüchtlingsheim der Ohlenhohnstraße steht seit drei Jahren ein Schulungsraum für die Flüchtlinge- und Flüchtlingshelfer zur Verfügung, dieser darf seit Corona  von den Helfern nicht mehr betreten werden . Im Schulungsraum ist kein ausreichendes Internet , die Schulkinder sind kaum in der Lage ihre online Hausaufgaben zu erledigen. Auf Nachfrage in der Ratssitzung am 02.09.20 wurde uns eine baldige Antwort auf oben erwähnte Probleme in Aussicht gestellt – wir warten immer noch!!!! Bisher konnten wir die Nachhilfe und die notwendigen Papiere im Außenbereich des Heimes erledigen, was aber, wenn der Winter kommt oder eine zweite Welle?   

 

Theresia Jonas

IG Integration + Neunkirchen

Es gibt keinen gemäßigten Rassismus

IG Integration + Neunkirchen zeigt Haltung

Als sich am letzten Freitag die AFD vor katholischen Kirche in Neunkirchen mit einem Stand positionierte, versammelten sich einige Bürger zu einer kleinen Protestversammlung auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Drei Mitglieder der IG Integration + hatten zuvor versucht, die Positionen der AFD-Anhänger im Gespräch zu hinterfragen. Mehr als bereits bekannte Parolen wurden aber leider nicht verbreitet. Die familienpolitischen Vorstellungen der AFD sind nicht nur aus den 1950er Jahren, sie sind auch homophob und transgenderfeindlich. Wir als IG wollen, dass die Menschen lieben dürfen, wen sie möchten. Die AFD lehnt „Regenbogenfamilien“ grundsätzlich ab. Ihre Forderung, dass „Deutsche“ mehr Kinder bekommen sollen, um den „ethnisch-kulturellen“ Wandel der Bevölkerungsstruktur“ auszugleichen, nennen wir rassistisch.

Die AFD will Grenzen schließen und Sozialleistungen kürzen. Sie setzt auf eine rigorose Abschiebepolitik. Das Menschenrecht auf Asyl gilt für die AFD nicht. Wir wollen nicht, dass die AFD in Neunkirchen mit ihrer rassistischen Politik das Klima in der Gemeinde vergiftet, daher sind wir ihnen entgegengetreten. Dank der vielen positiven Gesten, wie z.B. Daumen hoch, Schülern, die sich spontan der Versammlung anschlossen, sind wir uns sicher, dass Neunkirchen-Seelscheid kein Rassistenpflaster ist und wird und die Menschen hier für unsere Demokratie und  ein buntes Miteinander einstehen.

IG Integration + Neunkirchen    

Flüchtlingskinder mit leuchtenden Augen

Wie viel Nachfragen bringen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel in der Coronakrise. Ein Mitglied der IG Integration hat sich auf  Sponsorensuche gemacht, um für eine finanzielle Unterstützung für eine  Sitzmöglichkeit im Übergangsheim zu werben.  

Dank einer großzügigen Spende von Rita Dörper-Link aus Remschoß und dem handwerklichen Geschick von Martin Hermann, konnte die massive Holzbank nach wenigen Wochen den Kindern im Flüchtlingsheim zur Verfügung gestellt werden. Bereits als wir mit dem Bus vorfuhren und die Kinder nur im Ansatz erkannten, was wir ihnen vorbeibrachten, leuchteten ihre Augen. Ein Volltreffer, das war allen Beteiligten anzusehen.  

 Da seit fast vier Monaten ein Besucherverbot für die Unterkunft besteht, ist die Bank eine ideale Möglichkeit, Nachhilfe für die Schulkinder zu geben, ohne das Heim betreten zu müssen. Seit der Übergabe, die in Abstimmung mit der Gemeinde stattfand, wurden an der Bank-Tisch-Kombination etliche Spiele gespielt, viele Bilder gemalt  und vor allem ganz viel für die Schule gemacht. Frau Dörper-Link und Martin Hermann ist es wichtig, dass gerade die Kinder der Geflüchteten einen guten Start in ihr neues Leben in Deutschland bekommen, daher versuchen sie zu helfen, wo immer es geht.

Die IG Integration + Neunkirchen sagt DANKESCHÖN für solch eine tolle Kinderbank!     

Theresia Jonas
IG Integration+

Alpakas hautnah erleben

Letzten Freitag ging es mit sechs Flüchtlingskinder auf eine Alpakatour auf dem Alpakahof Faber

Dank des Landesförderprogramms „KOMM-AN NRW“ in Zusammenarbeit mit dem Integrationszentrum Siegburg und einiger Spenden aus Neunkirchen, konnte das Projekt durchgeführt werden.

Für die Kinder war es das erste Mal, dass sie die Gelegenheit bekamen Alpakas hautnah zu erleben, die Tiere in ihrem Umfeld zu beobachten und ein Stück in Begleitung spazieren zu gehen.  Ziel einer Alpakaführung ist es, das Bewusstsein zu stärken, Ängste und Sorgen für einen Moment zu vergessen und ein höheres Selbstwertgefühl zu erlangen – aber vor allem eine entspannte und lustige Zeit zu haben.  Die Kinder lernten, dass man sich das Zutrauen eines Alpakas nur mit Geduld und Ruhe erarbeiten kann.  Alpakas sind zwar neugierige Tiere, dem Menschen gegenüber aber trotzdem zurückhaltend. Für die Kinder bedeutete das, dass sie nicht auf die Tiere zustürmen durften, sondern sich mit einer respektvollen Distanz  den Tieren nähern konnten.  Alle waren begeistert von den großen, dunklen Augen und dem weichen Fell, welches sie zum Kuscheln und Streicheln einlud.  Andrea und Markus, die uns die Welt der Alpakas beeindruckend erklärten, sind seit drei Jahren von der Magie der Alpakas verzaubert und ließen diese Begeisterung während der Wanderung auf uns überspringen.

Die Kinder und Begleitpersonen bedanken sich bei „Komm-An-NRW“ für die finanzielle Unterstützung und bei dem Team vom Alpakahof Faber  für den wunderschönen Ausflug.

Die Legende der Inkas besagt, dass wer einem Lama einmal in seine sanftmütigen Augen geschaut hat, wird dies niemals vergessen. Denn in ihren Augen spiegelt sich die Welt.

Wir nehmen diese Legende gerne in unserem Herzen auf.

Theresia Jonas

Infektionsschutz für alle: Flüchtlinge dezentral unterbringen!

IG Integration+ hat am 03.08.2020 einen Antrag gestellt. Nach § 7 der Hauptsatzung der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid ist der Haupt- und Finanzausschuss für die Erledigung von Anregungen und Beschwerden dieser Art zuständig. Unser Antrag wird auf die Tagesordnung der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 02.09.2020 gesetzt.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

hiermit stellen wir für die nächste Ratssitzung am 19.08.2020 folgenden Antrag:

Infektionsschutz für alle: Flüchtlinge dezentral unterbringen!

Als Interessengemeinschaft INTEGRATION + treibt uns seit langem die Situation der Asylsuchenden und Flüchtlinge in den örtlichen Gemeinschaftsunterkünften der Gemeinde um. Das Leben in den isolierten Gemeinschaftsunterkünften, wie z.B. in der Ohlenhohnstr. oder in Nackhausen kann für die Betroffenen sehr belastend sein. Eine dezentrale Unterbringung wirkt hingegen nicht nur einer Stigmatisierung entgegen, sondern ist auch integrationspolitisch sinnvoll.

In der aktuellen Situation kommt noch eine konkrete Gesundheitsgefährdung hinzu. Bereits 2017 hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in einem Bericht darauf hingewiesen, dass Asylsuchende aufgrund  der  schwierigen Lebensbedingungen während der Flucht, eines möglicherweise unvollständigen Impfschutzes, der teils höheren Prävalenzen in den Herkunftsländern und infolge des räumlich beengten Aufenthaltes in Massenunterkünften besonders vulnerabel für Infektionskrankheiten sind.

Durch die Unterbringung in beengten Verhältnissen, Mehrbettzimmern und die gemeinschaftliche Nutzung von Küchen, Kantinen und Sanitäranlagen können insbesondere Abstandsgebote und Kontaktauflagen, wie sie die Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) NRW vorgibt, kaum eingehalten werden. Eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld zu COVID-19 in Gemeinschaftsunterkünften belegt, dass das Übertragungsrisiko einer Virusinfektion mit durchschnittlich 17% Wahrscheinlichkeit von Neu-Infektionen enorm hoch ist. Die vielen Meldungen über die Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Sammelunterkünften für Flüchtlinge in NRW und deutschlandweit zeigen, dass es sich dabei nicht nur um ein theoretisches Risiko handelt.

In seinen Handlungsempfehlungen vom 07. Mai 2020 vom 07. Mai 2020 formuliert das RKI ausdrücklich, dass die gesetzlichen Kontaktbeschränkungen des Bundes und der Landesregierungen auch in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge umsetzbar sein müssen. Ansonsten sind diese Unterkünfte als potentielle Hotspots eine Gefährdung nicht nur für alle Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen, sondern für den gesamten Plan zur Eindämmung der Pandemie. Als Präventionsmaßnahme empfiehlt das RKI daher u. a. die Reduzierung der Belegung von Unterkünften und/oder die Nutzung weiterer Unterkünfte wie Wohnungen oder Hotels, insbesondere für Angehörige der Risikogruppe. Familien und Paare könnten weiterhin in einem Zimmer untergebracht werden, für andere Personen sollte eine Einzelzimmerunterbringung angestrebt werden.

Als Initiative INTEGRATION+ sehen wir vor diesem Hintergrund akuten Handlungs- und Schutzbedarf!

 Wir appellieren daher an Sie:

  1. Insbesondere Gemeinschaftsunterkünfte ohne abgeschlossene Wohneinheiten, d.h. mit eigener Küche und Bad, aufzugeben. Wo dies kurzfristig nicht möglich ist:
  2. die Belegungsdichte in den Gemeinschaftsunterkünften deutlich zu reduzieren, d. h. Personen in Einzel- bzw. Familienzimmern unterzubringen; dafür ggf. freie Bereiche in bestehenden Unterkünften zu nutzen und weitere Kapazitäten durch Anmietung von Wohnungen und ggf. von Hotels und Jugendherbergen zu schaffen;
  3. insbesondere Angehörige der vom RKI definierten Risikogruppen sowie vulnerable Personen zeitnah in Wohnungen bzw. abgeschlossenen Wohneinheiten unterzubringen und
  4. langfristig in Zusammenarbeit mit dem Familienamt ein Konzept zu entwickeln, das verbindliche Qualitätsstandards für die Unterbringung von Flüchtlingen mit bevorzugt dezentraler Unterbringung in Privatwohnungen vorsieht.
  5. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn regelmäßig (etwa alle 14 Tage) kostenlose Coronatests bei allen Bewohnern der Heime durchgeführt werden und
  6.      dass weit mehr als bisher (etwa 1-2 x in der Woche) Überprüfungen in den Heimen stattfinden, um sonst nicht in den Heimen gemeldete Personen ausfindig zu machen und des Hauses zu verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

IG INTEGRATION+

Tarja Palonen-Heiße und Sabine Fix

„Mein Berufswunsch: Krankenpflege“

Daouda Kaba (Foto) hat 2014 aus humanitären Gründen sein Heimatland Guinea/Westafrika verlassen,  nach seiner Ankunft in Deutschland in Dortmund einen Asylantrag gestellt und dann eine Unterkunft im Asylantenheim auf der Ohlenhohnstrasse in Neunkirchen erhalten. Sehr bald nach seiner Ankunft in unserer Gemeinde lernte er Dr. Joseph Lütke Entrup (Foto) kennen, der sich bereit erklärte, sein „Pate“ zu sein, ihn also beim Erlernen der deutschen Sprache und bei allen seinen Bemühungen um Integration, Ausbildung und Arbeitssuche zu unterstützen/zu begleiten. Seit seiner Ankunft in Neunkirchen hat Daouda den Status einer Aufenthaltsgestattung bzw. –duldung.

Daoudas größter Wunsch war, möglichst bald von der ihm als Flüchtling gewährten Unterstützung unabhängig zu werden und „auf eigenen Füßen zu stehen“. Seine Bemühungen/Erfolge in dieser Hinsicht lassen sich zusammenfassend aufzählen:

  • 2014/15 : Deutschunterricht bei J. L. Entrup (2x pro Woche)
  • 2015       : Mitarbeit im  DRK-Ortsverein N-S (kurzzeitig)
  • 2015       : Ein Euro- Job bei einer hiesigen Baufirma (kurzzeitig)
  • 2015/18 : Sprachkurse in der VHS Siegburg; Abschluss: B 2 plus
  • 2015       : Teilnahme am Integrationskurs in der Euroschule Bonn
  • 2016       : Med. Praktikum im Uniklinikum Bonn (3 Monate)
  • 2016/17 : Freiwilliges Soziales Jahr im Uniklinikum Bonn
  • 2017        : Hauptschulabschluss; Prüfung mit Erfolg am 4. 7. 2017
  • 2017/18 : Ausbildung zum Krankenpflegeassistenten im                          Uniklinikum Bonn; Prüfung bestanden am 15. 8. 2018
  • 2018 – : seit September 2018 zunächst befristeter, dann                           unbefristeter Arbeitsvertrag mit der Uniklinik Bonn

Daouda erzählt gerne, dass nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr für ihn feststand, dass er Krankenpfleger werden wollte;   er fühle sich  auf „seiner“  Station in der Uniklinik sehr wohl und anerkannt;  es gebe dort viele ursprünglich nichtdeutsche Kolleginnen/Kollegen  und er also  in einem internationalen Team  arbeite. Hin und wieder käme es auch vor, dass Patienten aus frankophonen Ländern, also solche mit oft  geringen Deutschkenntnissen,  sich besonders freuen, wenn er sich mit ihnen  in seinem flüssigen Französisch  unterhalten kann.

Daouda sagt auch, dass er 2014 großes Glück gehabt hätte, in Neunkirchen „gelandet“ zu sein, wo er auf viele hilfreiche Menschen gestoßen sei, wofür er sich sehr bedanken möchte. Befragt nach seinen Zukunftsplänen sagt er, dass er zunächst den deutschen Führerschein erwerben will, um auch im ambulanten Pflegedienst arbeiten zu können. Weiterhin will er seine weitere berufliche Ausbildung vorantreiben, um dann auch noch verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen zu können.  

Die IG Integration+ gratuliert Daouda  zu seinen beachtlichen Leistungen  hinsichtlich seiner Integration in die deutsche Wirklichkeit  und seines beruflichen Werdegangs und wünscht ihm für seine weiteren Pläne viel Glück und Erfolg

Theresia Jonas