Infektionsschutz für alle: Flüchtlinge dezentral unterbringen!

IG Integration+ hat am 03.08.2020 einen Antrag gestellt. Nach § 7 der Hauptsatzung der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid ist der Haupt- und Finanzausschuss für die Erledigung von Anregungen und Beschwerden dieser Art zuständig. Unser Antrag wird auf die Tagesordnung der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 02.09.2020 gesetzt.

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

hiermit stellen wir für die nächste Ratssitzung am 19.08.2020 folgenden Antrag:

Infektionsschutz für alle: Flüchtlinge dezentral unterbringen!

Als Interessengemeinschaft INTEGRATION + treibt uns seit langem die Situation der Asylsuchenden und Flüchtlinge in den örtlichen Gemeinschaftsunterkünften der Gemeinde um. Das Leben in den isolierten Gemeinschaftsunterkünften, wie z.B. in der Ohlenhohnstr. oder in Nackhausen kann für die Betroffenen sehr belastend sein. Eine dezentrale Unterbringung wirkt hingegen nicht nur einer Stigmatisierung entgegen, sondern ist auch integrationspolitisch sinnvoll.

In der aktuellen Situation kommt noch eine konkrete Gesundheitsgefährdung hinzu. Bereits 2017 hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in einem Bericht darauf hingewiesen, dass Asylsuchende aufgrund  der  schwierigen Lebensbedingungen während der Flucht, eines möglicherweise unvollständigen Impfschutzes, der teils höheren Prävalenzen in den Herkunftsländern und infolge des räumlich beengten Aufenthaltes in Massenunterkünften besonders vulnerabel für Infektionskrankheiten sind.

Durch die Unterbringung in beengten Verhältnissen, Mehrbettzimmern und die gemeinschaftliche Nutzung von Küchen, Kantinen und Sanitäranlagen können insbesondere Abstandsgebote und Kontaktauflagen, wie sie die Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) NRW vorgibt, kaum eingehalten werden. Eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld zu COVID-19 in Gemeinschaftsunterkünften belegt, dass das Übertragungsrisiko einer Virusinfektion mit durchschnittlich 17% Wahrscheinlichkeit von Neu-Infektionen enorm hoch ist. Die vielen Meldungen über die Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Sammelunterkünften für Flüchtlinge in NRW und deutschlandweit zeigen, dass es sich dabei nicht nur um ein theoretisches Risiko handelt.

In seinen Handlungsempfehlungen vom 07. Mai 2020 vom 07. Mai 2020 formuliert das RKI ausdrücklich, dass die gesetzlichen Kontaktbeschränkungen des Bundes und der Landesregierungen auch in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge umsetzbar sein müssen. Ansonsten sind diese Unterkünfte als potentielle Hotspots eine Gefährdung nicht nur für alle Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen, sondern für den gesamten Plan zur Eindämmung der Pandemie. Als Präventionsmaßnahme empfiehlt das RKI daher u. a. die Reduzierung der Belegung von Unterkünften und/oder die Nutzung weiterer Unterkünfte wie Wohnungen oder Hotels, insbesondere für Angehörige der Risikogruppe. Familien und Paare könnten weiterhin in einem Zimmer untergebracht werden, für andere Personen sollte eine Einzelzimmerunterbringung angestrebt werden.

Als Initiative INTEGRATION+ sehen wir vor diesem Hintergrund akuten Handlungs- und Schutzbedarf!

 Wir appellieren daher an Sie:

  1. Insbesondere Gemeinschaftsunterkünfte ohne abgeschlossene Wohneinheiten, d.h. mit eigener Küche und Bad, aufzugeben. Wo dies kurzfristig nicht möglich ist:
  2. die Belegungsdichte in den Gemeinschaftsunterkünften deutlich zu reduzieren, d. h. Personen in Einzel- bzw. Familienzimmern unterzubringen; dafür ggf. freie Bereiche in bestehenden Unterkünften zu nutzen und weitere Kapazitäten durch Anmietung von Wohnungen und ggf. von Hotels und Jugendherbergen zu schaffen;
  3. insbesondere Angehörige der vom RKI definierten Risikogruppen sowie vulnerable Personen zeitnah in Wohnungen bzw. abgeschlossenen Wohneinheiten unterzubringen und
  4. langfristig in Zusammenarbeit mit dem Familienamt ein Konzept zu entwickeln, das verbindliche Qualitätsstandards für die Unterbringung von Flüchtlingen mit bevorzugt dezentraler Unterbringung in Privatwohnungen vorsieht.
  5. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn regelmäßig (etwa alle 14 Tage) kostenlose Coronatests bei allen Bewohnern der Heime durchgeführt werden und
  6.      dass weit mehr als bisher (etwa 1-2 x in der Woche) Überprüfungen in den Heimen stattfinden, um sonst nicht in den Heimen gemeldete Personen ausfindig zu machen und des Hauses zu verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

IG INTEGRATION+

Tarja Palonen-Heiße und Sabine Fix

„Mein Berufswunsch: Krankenpflege“

Daouda Kaba (Foto) hat 2014 aus humanitären Gründen sein Heimatland Guinea/Westafrika verlassen,  nach seiner Ankunft in Deutschland in Dortmund einen Asylantrag gestellt und dann eine Unterkunft im Asylantenheim auf der Ohlenhohnstrasse in Neunkirchen erhalten. Sehr bald nach seiner Ankunft in unserer Gemeinde lernte er Dr. Joseph Lütke Entrup (Foto) kennen, der sich bereit erklärte, sein „Pate“ zu sein, ihn also beim Erlernen der deutschen Sprache und bei allen seinen Bemühungen um Integration, Ausbildung und Arbeitssuche zu unterstützen/zu begleiten. Seit seiner Ankunft in Neunkirchen hat Daouda den Status einer Aufenthaltsgestattung bzw. –duldung.

Daoudas größter Wunsch war, möglichst bald von der ihm als Flüchtling gewährten Unterstützung unabhängig zu werden und „auf eigenen Füßen zu stehen“. Seine Bemühungen/Erfolge in dieser Hinsicht lassen sich zusammenfassend aufzählen:

  • 2014/15 : Deutschunterricht bei J. L. Entrup (2x pro Woche)
  • 2015       : Mitarbeit im  DRK-Ortsverein N-S (kurzzeitig)
  • 2015       : Ein Euro- Job bei einer hiesigen Baufirma (kurzzeitig)
  • 2015/18 : Sprachkurse in der VHS Siegburg; Abschluss: B 2 plus
  • 2015       : Teilnahme am Integrationskurs in der Euroschule Bonn
  • 2016       : Med. Praktikum im Uniklinikum Bonn (3 Monate)
  • 2016/17 : Freiwilliges Soziales Jahr im Uniklinikum Bonn
  • 2017        : Hauptschulabschluss; Prüfung mit Erfolg am 4. 7. 2017
  • 2017/18 : Ausbildung zum Krankenpflegeassistenten im                          Uniklinikum Bonn; Prüfung bestanden am 15. 8. 2018
  • 2018 – : seit September 2018 zunächst befristeter, dann                           unbefristeter Arbeitsvertrag mit der Uniklinik Bonn

Daouda erzählt gerne, dass nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr für ihn feststand, dass er Krankenpfleger werden wollte;   er fühle sich  auf „seiner“  Station in der Uniklinik sehr wohl und anerkannt;  es gebe dort viele ursprünglich nichtdeutsche Kolleginnen/Kollegen  und er also  in einem internationalen Team  arbeite. Hin und wieder käme es auch vor, dass Patienten aus frankophonen Ländern, also solche mit oft  geringen Deutschkenntnissen,  sich besonders freuen, wenn er sich mit ihnen  in seinem flüssigen Französisch  unterhalten kann.

Daouda sagt auch, dass er 2014 großes Glück gehabt hätte, in Neunkirchen „gelandet“ zu sein, wo er auf viele hilfreiche Menschen gestoßen sei, wofür er sich sehr bedanken möchte. Befragt nach seinen Zukunftsplänen sagt er, dass er zunächst den deutschen Führerschein erwerben will, um auch im ambulanten Pflegedienst arbeiten zu können. Weiterhin will er seine weitere berufliche Ausbildung vorantreiben, um dann auch noch verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen zu können.  

Die IG Integration+ gratuliert Daouda  zu seinen beachtlichen Leistungen  hinsichtlich seiner Integration in die deutsche Wirklichkeit  und seines beruflichen Werdegangs und wünscht ihm für seine weiteren Pläne viel Glück und Erfolg

Theresia Jonas

„Manchmal denke ich noch an den Irak…“

Warvan und Warvin sind vor zwei Jahren in Deutschland angekommen. Ihr Vater floh im Jahr 2015 aus dem Irak in der der Hoffnung, seiner Familie eine sichere Zukunft in Deutschland bieten zu können. Leider hat der Familiennachzug die kleine Familie auf eine lange Probezeit gestellt. Mehr als drei Jahre dauerte die Wartezeit und die damit verbundene Trennung zwischen den beiden Kindern und seiner Ehefrau. Eine Zeit großer Unsicherheit und Belastung für alle Beteiligten. Obwohl für Asylberechtigte erleichterte Voraussetzungen zur Familienzusammenführung gelten und der Schutz der Einheit der Familie besteht, mahlten die Mühlen der Bürokratie langsam.  Sharaf, der junge Familienvater fand in Neunkirchen ein neues zu Hause, er wurde unterstützt durch die IG Integration +. Die Helfer sahen fast drei Jahre lang einen Mann, der aus Angst und Sorge um seine Familie kaum Energie aufbringen konnte um sich auf Sprachkurse zu konzentrieren. Im Januar 2018 kam dann endlich die erlösende Nachricht, dass seine beiden Kinder und seine Frau nach Deutschland einreisen dürfen.   

Als die junge Familie in Neunkirchen eintraf, kamen sie zuerst in das Flüchtlingsheim, welches auf Dauer keine gute Lösung für Familien darstellt. Fast sechs Monate später fanden sie im Höfferhof eine kleine Wohnung mit großem Garten, wo sich Warvan und Warvin austoben können. Warvin wurde in die zweite Klasse der Grundschule eingeschult und entwickelt sich prächtig. Sie hat ein gutes Zeugnis und spricht inzwischen fließend die deutsche Sprache. Warvan, der leider keinen Platz in einem Vorschulkindergarten bekam, vermisste anfangs seine irakischen Freunde und war oft traurig. Die IG hatte auch hier eine Lösung parat, in Zusammenarbeit mit den Eltern, der Schule und Frau Schäfer-Einfinger wurde eine „Vorschulgruppe“ ins Leben gerufen, die täglich stattfand. Warvan erlernte hier spielerisch die deutsche Sprache, er fand Freunde und ist heute ein aufgeweckter Junge, der inzwischen das erste Schuljahr absolviert hat. Die beiden Schulkinder haben ihre „Angst“ vor dem neuen Leben, ihr Heimweh nach ihrer alten Heimat überwunden und sind inzwischen stolze große Geschwister von ihrem kleinen Bruder, der im Januar 2020 geboren wurde.

Der Wunsch von Warvin war ein größeres Fahrrad, diesen Wunsch  konnten  wir heute erfüllen.  Die IG bedankt sich von ganzem Herzen für die Fahrradspende aus Seelscheid.

Theresia Jonas

IG Integration +

“Ich sehe wieder eine Zukunft”

Milon, der 2015 als Flüchtling aus Bangladesch nach Neunkirchen-Seelscheid kam, nutzte seine Möglichkeiten und ist heute im dritten Lehrjahr als Schreiner tätig

“Ich bin sehr dankbar, dass mir so viele Menschen helfen und geholfen haben”, sagt Milon in einem sehr guten Deutsch, als er am letzten Sonntag bei Theresia Jonas von der IG Integration ein Fahrrad abholen durfte. Milon, der 2015 als einer von 18 Geflüchteten im Sportlerheim ein neues „zu Hause“ fand, zögerte nicht eine Sekunde, um Deutschland zu zeigen, dass er hier eine neue Heimat finden möchte. Mit Hilfe der Ehrenamtlichen fand er schnell einen kleinen Job als „Helfer“ in der Gemeinde. Hier säuberte er die Schulhöfe, kehrte die Bürgersteige und lernte nebenbei fleißig die deutsche Sprache. Dem großen Engagement seines Paten Karl-Heinz ist es zu verdanken, dass Milon sein Ziel, eine Ausbildung beginnen zu können, nie aus den Augen verlor. So war er von Januar 2016 bis Juli 2016 als Hilfskoch im Antoniuskolleg beschäftigt. Im Anschluss daran absolvierte er ein FSJ in der Grundschule von Neunkirchen, um unmittelbar daran seine dreijährige Ausbildung zum Schreiner in einer ortsansässigen Schreinerei in Eischeid zu beginnen. Milon wurden, wie auch den vielen anderen „nicht anerkannten Geflüchteten“, jede Menge Steine in den Weg gelegt, die er alleine niemals hätte überwinden können. Wir, die  IG Integration + Neunkirchen, Flüchtlingshelfer, Paten, gute Netzwerke und nicht zuletzt die vielen kleinen Helfer und Helferinnen im Hintergrund, haben mitgeholfen, dass Milon heute eine Ausbildungsduldung hat, die es ihm erlauben wird, nach bestandender Abschlussprüfung zwei weitere Jahre als Geselle in seinem erlernten Beruf in Deutschland arbeiten zu dürfen.

Milon arbeitet sehr gerne in der Schreinerei, die Arbeit mit Holz macht ihm Freude. Er wird rundum unterstützt und hat sogar direkt gegenüber der Ausbildungsstelle eine kleine Wohnung gefunden, berichtet er mir mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ganz besonders stolz ist er auf sein B2 Sprachdiplom, welches er neben seinen vielen Aktivitäten geschafft hat.

Theresia Jonas

IG Integration + Neunkirchen

In Zukunft mobil – Fahrradübergabe

Wie schön wäre es, für die vielen kleinen und großen Wege ein Fahrrad zur Verfügung zu haben.  Mal eben mit dem Rad in die Stadt fahren, einkaufen, an kulturellen Veranstaltungen teilnehmen oder zu Freunden radeln – für Viele eine Selbstverständlichkeit. Doch vor allem Flüchtlingen ohne Anerkennungsstatus fehlt oft das Geld, um sich ein fahrtüchtiges Fahrrad leisten zu können.  Nabiah aus Pakistan, die schon seit fünf Jahren in Deutschland lebt, bat schon lange darum, dass die IG Integration ihr bei der Suche nach einem günstigen Fahrrad behilflich ist. Gestern konnten wir ihr nun endlich ein schönes gebrauchtes Fahrrad übergeben. Dank einer Fahrradspende aus dem Ortsteil Hohn wird Nabiah jetzt einfacher überall umweltfreundlich hinfahren können. 

Wir suchen noch dringend kleinere Fahrräder für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren.  Nach telefonischer Rücksprache (01577-4724865) können die Räder auch gerne abgeholt werden. Da wir leider keine ehrenamtliche Fahrradwerkstatt führen, sollten die Räder bitte fahrtüchtig sein.   

Theresia Jonas

IG Integration + Neunkirchen

Unterstützung im schulanalogen Unterricht für junge Flüchtlinge

Das Lernen in Zeiten der Corona-Krise ist auch in Neunkirchen eine besondere Herausforderung. Die Schulen waren lange Zeit geschlossen und der Schulstoff sollte zu Hause bearbeitet werden. Die dadurch entstandenen Lücken können auch durch den rotierenden Unterricht, der jetzt stattfinden kann, nicht geschlossen werden. Doch was kann man tun?

Die IG Integration + hat sich verschiedene Möglichkeiten gesucht, um den Schülern entsprechende Nachhilfe zu geben. So bauen wir auf Nachhilfe per Videochat, der in der Hauptsache von jungen Erwachsenen aus der Gemeinde durchgeführt wird. Einzelunterricht und individuelle Förderung, die in Absprache mit den Lehrern und dem Bedarf des Schülers durchgeführt wird, kommt eher selten vor, da uns hier nicht genügend Helfer zur Verfügung stehen.

Frau Schäfer-Einfinger ist die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder schon seit vielen Jahren ein Grundbedürfnis. Sie möchte, dass jedes Kind die gleichen Zukunftschancen hat und bietet ihre Mithilfe in Form eines Einzelunterrichtes Schülern an.  Eine Grundvoraussetzung für sie ist es, dass sie sich auf die Bereitschaft und die individuellen Bedürfnisse der Schüler einstellt. Flüchtlingskinder brauchen keine Sonderbehandlung, aber eine sensible Behandlung. Ein seelisch stabiles Kind, das sozial eingebunden ist und Anerkennung erhält, wird sich auch mit allen schulischen Anforderungen leichter tun, so die Erfahrung der IG Integration.  

Eine gute Begleitung und Integration von Flüchtlingskindern in unserer Gemeinde ist auch eine riesige Chance für unsere Gesellschaft. Viele Kinder und Jugendliche sind trotz ihres schweren Schicksals (oder manchmal gerade deswegen) hoch motiviert zu lernen und „etwas aus ihrem Leben zu machen“.  

Haben wir Ihr Interesse geweckt?  Wir freuen uns sehr über neue ehrenamtliche „Lernpaten“.

 

Theresia Jonas
IG Integration +

IG Integration + unterstützt Homeschooling

Ein Virus, nicht sichtbar und doch hat er große Auswirkungen. Er hat die ganze Welt im Griff und stellt auch das Leben der Schulkinder auf den Kopf. Familien mussten innerhalb weniger Stunden ihren Alltag neu gestalten, wodurch gewohnte Strukturen sich veränderten oder teilweise sogar gänzlich hinfällig wurden. Dabei ist es gerade in der jetzigen Situation für viele Kinder wichtig, dass sie eine Tagesstruktur haben. Hinzu kommt die Langeweile, die sich immer weiter ausbreitet. Die Stimmung ist bei allen angespannt. Aus unserem Arbeitsalltag als Flüchtlingshelfer wissen wir, dass Struktur vielen Kindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt. Auch wenn die Regierung langsam Lockerungen im öffentlichen Leben eingeht, weiß man nicht, wann wieder alle Kinder in die Schule gehen und somit in ihren gewohnten Alltag zurückkehren dürfen.  Dabei treffen die Auswirkungen der Pandemie die Kinder von Geflüchteten besonders hart. Sie müssen sich den Schulstoff nun daheim ohne pädagogische Hilfe der Lehrer erarbeiten. „Die Eltern können die Kinder dabei meist nicht unterstützen“, sagt Tarja Palonen-Heisse. Bisher sind bei Lernschwierigkeiten wir Helfer eingesprungen. Doch wir dürfen wegen der Krise derzeit nicht in die Unterkünfte. „Sämtlicher Nachhilfeunterricht fällt aus“, sagt Theresia Jonas.  Die IG hat sich gut mit den Lehrern der Schulen abgesprochen, so wird das Lernmaterial für viele Flüchtlingskinder ausgedruckt und an die Schüler verteilt. Bei Fragen zu den Hausaufgaben haben wir ein Team von Helfern, die per FaceTime den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Leider hat uns die Krise gezeigt, dass die Bildungsungleichheit durch die derzeitige Situation immer größer wird. Wir als IG Integration + wünschen uns, dass wir bald wieder mit unseren „Schützlingen“ lernen können.        

Bleiben sie gesund.

IG Integration + Neunkirchen
Theresia Jonas  

Auch in Coronazeiten wird geholfen

IG Integration verteilt Mund-Nasen-Masken an Flüchtlinge in den Unterbringungen

Schutzmasken sind im Moment ein wichtiges Gut. Auch für Geflüchtete, die in Übergangsheimen wohnen und dort auf engem Raum zusammenleben.

Henny Schäfer-Einfinger hat in der letzten Woche mit anderen Organisationen Kontakt aufgenommen und über ZeSaBo (Zentrallager Sachspenden Bonn) eine Organisation gefunden, die auch für unsere Geflüchteten Mund-Nasen-Masken gegen eine Spende abgeben konnte.

Zusammen mit Frau Jonas wurden die Masken an die Bewohner abgegeben und deren Zweck erklärt.  Ein selbstgenähter Mundschutz ist eine bessere Alternative zu den Einwegmasken, die sich einige der Geflüchteten schon besorgt hatten, da sie durch das waschen mehrfach benutzt werden können.  Die Flüchtlinge waren dankbar für die Bereitstellung der Masken. Für das Team war es ebenso selbstverständlich nochmals auf die Hygienestandards einzugehen, die neben der Maskenpflicht nicht zu vergessen seien.  Das Tragen des Mundschutzes ist nur eine Ergänzung zu den bestehenden Verhaltensregeln und ersetzt nicht die regelmäßige Handhygiene, die Abstandsregel sowie das Einhalten von Husten- und Niesregeln. 

Die IG Integration + hofft, dass ALLE Heimbewohner sich an die Vorgaben halten, denn nur so können auch sie in ihrer schwierigen Wohnsituation sich vor dem Virus schützen.

Theresia Jonas
IG Integration +

Coronavirus – kindgerecht erklärt

IG Integration+ nimmt sich auch diesem Thema an

Auch in Deutschland breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Kinder sehen Menschen mit Atemschutzmasken, übervolle Einkaufswagen in den Supermärkten, die Schulen und Kitas sind dicht – und dann darf man nicht einmal draußen spielen. Warum? fragen sich die Kinder. Wie erklärt man den Kleinen, was ein Coronavirus ist und weshalb man sich jetzt ganz besonders gründlich die Hände waschen sollte. Theresia Jonas nahm sich die Zeit für ein Aufklärungsgespräch im Schulungsraum des Flüchtlingsheimes. Husten, Schnupfen, Grippe, Erkältung – oder Covid 19? Was ist ein Virus? Was kann man gegen das Virus tun? Fragen, die am Ende alle kindgerecht beantwortet wurden.  Das Maßnahmen, wie stündlich die Hände zu waschen, einen Abstand von zwei Metern einzuhalten zur nächsten Person, wichtig sind, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, waren ebenfalls Thema.

Die Kinder haben verstanden, dass wir uns jetzt gegenseitig helfen müssen. Dass es Ärzte, Krankenschwestern und Wissenschaftler gibt, die sich dafür einsetzen, den Ausbruch zu stoppen, und die dabei sind, einen Impfstoff zu entwickeln.  

Die IG Integration+ kümmert sich täglich um die schulischen Belange der Kinder, damit auch sie nach den Osterferien ihre Hausaufgaben zu 100% erledigt haben. Wer Lust und Zeit hat mitzuhelfen, kann sich gerne bei  tarja.palonen-heisse@integration-nks.de melden.

 Theresia Jonas
IG Integration+

Wir bauen unsere eigene Stadt „International“

Eine Stadt ist eine Fläche, die gemeinsam verwaltet wird und ganz unterschiedlich groß sein kann: ein Dorf, ein Markt oder eine Stadt, all das wird Gemeinde genannt. Die Menschen, die in einer Gemeinde wohnen sind ihre Bürger. Der Chef einer Gemeinde ist der Bürgermeister, er regiert zusammen mit dem Gemeinderat oder dem Stadtrat. Damit in unserer Stadt alles gut funktioniert, gibt es eine Stadtverwaltung, die sich um alles kümmert. Beim letzten Treff International wurde eine eigene Stadt gebaut und mit Hilfe der Stadtplanerin und Finanzverwalterin Katharina Janssen stand am Ende der Bauzeit fest, dass es nicht so einfach ist, eine Stadt zu bauen und am Leben zu erhalten. Themen wie z.B. welche Einnahmen und Ausgaben eine Gemeinde verwalten muss, welche Aufgaben habe ich als Bürger innerhalb einer Gemeinde kamen zur Sprache.  Später wurden die Details für den Städtebau besprochen. Jeder der Anwesenden bekam eine fiktive Summe, die er ausgeben konnte. Nachdem sich vier Gruppen gebildet hatten, wurde mit reichlich BaumaterialSchulen, Kindergärten, Schwimmbad, Häuser, E-Werke, Parks, Bürgerhaus u.v.m. gebaut.  Am Ende der Bauarbeiten entstand eine Stadt, die mit großer Mehrheit zur „Stadt International“ ernannt wurde.

Dank der großartigen Vorbereitung von Katharina Janssen durften sich die Gäste einem interessanten Projekt widmen, bei dem die Frage „wer bezahlt das eigentlich alles“ nicht zu kurz kam.

Der nächste Treff International findet am 19. April 2020 in der Alten Schule statt. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich dazu ein.

IG Integration +

Theresia Jonas