Recht auf Bildung

VN-Kinderrechtskonvention, Artikel 28

Der Schuleintritt ist einer der wichtigsten und zugleich herausforderndsten Abschnitte im Leben eines Kindes. Die Abnabelung von den Eltern, die fremde Sprache  in der Schule kann eine emotional schwierige Situation darstellen. Da dieser Schritt mit vielen Veränderungen einhergeht und ein hohes Maß an psycho-emotionalem Stress auslöst, versucht die IG Integration + die Kinder mit möglichst viel Einfühlungsvermögen und in ihrer Muttersprache auf das neue große Ereignis vorzubereiten.

Seit Mai 2022 hat die IG mit Frau Yalda Aria eine ehrenamtliche Helferin an ihrer Seite, die sich um  afghanischen Kinder kümmert, die Hilfe benötigen. Sie spricht die afghanische Sprache perfekt und  mit der Kultur ist sie bestens vertraut .

Für die meisten Flüchtlingskinder beginnt das Leben in Deutschland mit dem ersten Schultag. Das Kind ist aufgeregt, hat Angst, aber auch Vorfreude, da sie sich nach etwas Normalität in ihrem Alltag sehnen. Ali, der kleine sechsjährige afghanische Junge, hat in seinem jungen Alter nur Flüchtlingslager-/heime kennengelernt. Seit November 2021 ist er in der Gemeinde Neunkirchen zu Hause – bis zum Schuleintritt wurde kein Kindergartenplatz für ihn gefunden. Zum regulären Schuleintritt wurde er nicht eingeladen. Erst mit Nachdruck der IG konnte Ali in das erste Schuljahr starten. „Er hat die große Herausforderung angenommen, war nervös, angespannt und hatte ein wenig Angst was ihn erwartete“, so Frau Yalda Aria. Inzwischen ist er ein glückliches Schulkind, voller Freude auf den Schulalltag.  

Theresia Jonas

PR IG Integration +

Hereinspaziert – Manege frei

Herzlich Willkommen im Circus Ronelli  

Familienbetrieb Ronelli gastierte erstmalig am Gutmühlenweg in Seelscheid. Der kleine Mitmachzirkus möchte ein lebendiges Miteinander fördern, welches durch gegenseitige Akzeptanz, Offenheit, Kooperationsbereitschaft, Toleranz und freundlichen Umgang geprägt ist. Gemeinsam mit der Artistenfamilie tauchten die ZuschauerInnen in eine faszinierende Erlebniswelt – die Welt des Zirkus.

Der Kinderschutzbund OV Neunkirchen-Seelscheid bedankt sich ganz herzlich bei Familie Ronelli, die die Besucherkinder zum Mitmachen einluden. Einmal selbst in der Manege stehen – Kunststücke vorzuführen, wie ein richtiger Artist, welches Kind wünscht sich das nicht einmal in seinem Leben.

Die Mitmachspiele waren aber nur ein kleiner Teil des abwechslungsreichen Programms. Ponys liefen auf dem Manegenrand und „begrüßten“ die Zuschauer, sprangen über Hindernisse und zeigten Dressurstücke, selbstverständlich war auch ein Clown dabei, der Jung und Alt zum Lachen brachte.

Der Kinderschutzbund sowie die IG Integration + aus Neunkirchen-Seelscheid haben den Besuch im Zirkus gemeinsam organisiert und ausgeführt. Über vierzig Kinder aus Neunkirchen und Seelscheid haben, dank der großzügigen Spenden der Bevölkerung, leuchtende Augen gehabt und der ein oder andere träumt sicherlich davon, auch einmal als Artist in der Manege zu stehen.

Theresia Jonas

PR Beauftragte    

“Erste Hilfe Deutschkurs” für geflüchtete UkrainerInnen

Irina, Sabine, Josef und Sabine F. sind Sprachlehrende in Neunkirchen-Seelscheid. Damit Geflüchtete aus der Ukraine einen besseren Start in Deutschland bekommen, haben sie Ende März mit einem kostenlosen Deutschkurs begonnen.

Irina wollte unbedingt etwas tun. Der Krieg in der Ukraine ist auch für sie schwer zu ertragen. Die gebürtige Ukrainerin kam vor 14 Jahren nach Deutschland. Das Team möchte den geflüchteten UkrainerInnen hier zu einem besseren Start verhelfen. Irina selbst weiß, wie es ist, fremd in einem Land zu sein. Und gerade in einer schwierigen Zeit wie jetzt ist es wichtig, schnell und unkompliziert Hilfe zu leisten.

Denn Sprachkurse direkt nach ihrer Flucht seien Mangelware, so Sabine Kesseler. “Dabei ist es so wichtig, sich in einem neuen Land auszudrücken, um eigenständig mit dem Amt zu sprechen oder Formulare auszufüllen.”

Und genau solche Dinge stehen im Vordergrund. Welche Sätze man im Supermarkt gebrauchen kann, welche bei einem Arztbesuch oder beim Ausfüllen von Amtsformularen.

“Dazu muss man kein ausgebildeter Lehrer sein, gut Deutsch zu sprechen reicht da aus und mit Hilfe der „Ukrainisch-Deutschen Lernhefte“ läßt sich der fast zweistündige Unterricht problemlos gestalten”, so Sabine Fix.

Theresia Jonas
PR IG Integration +

Integration durch gemeinsames Müllsammeln

Die Mitglieder der IG Integration + räumen gemeinsam mit Flüchtlingen auf. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen.

Gemeinsam sorgten Flüchtlinge und Mitglieder der IG Integration + am Samstag für ein saubereres Neunkirchen. Vom kleinsten Zigarettenstummel bis zu Schuhen und Kleidung sammelten sie die Hinterlassenschaften unachtsamer Zeitgenossen ein und füllten so insgesamt fünf Müllsäcke.

Die Aktion, die die IG Integration zum vierten Mal mit den Geflüchteten unternahm, soll vor allem der Integration der Flüchtlinge in Neunkirchen dienen. Ein „gutes Zusammengehörigkeitsgefühl“ könne bei dem gemeinsamen Arbeiten entstehen, findet Sabine Fix.  

Man müsse die Flüchtlinge und Immigranten als Teil der Gemeinschaft akzeptieren, um sie zu integrieren. Wenn sich diese als integriert fühlen sollen, müsse man sie darin bestärken. Alle seien eine Gemeinschaft – ganz egal, woher sie kommen, so die IG. Auch stärke die Müllsammelaktion die Verbundenheit mit dem Ort. Deshalb kümmerten sich alle Teilnehmer besonders um die Gemeinschaftsplätze vor dem Flüchtlingsheim und den Wegen entlang der Ohlenhohnstraße.

Tarja Palonen-Heiße besorgte bei der Gemeindeverwaltung Müllsäcke und Handschuhe. Sabine Fix brachte einen bunten Mix von Frühlingsblumen mit, die mit viel Fleiß um das Heim gepflanzt wurden. Bei anschließendem Kuchen und Kaffee konnten die Teilnehmer sich unterhalten und austauschen.

Die Geflüchteten bedankten sich bei der IG Integration + und betonten, wie froh sie seien, an der Aktion teilgenommen zu haben.

Theresia Jonas
IG Integration + Neunkirchen

Lebenslagenberaterinnen

IG Integration+ Neunkirchen versucht zu helfen, wo sie kann

Zuwanderer lernen in ihren ersten Wochen und Monaten viele deutsche Abkürzungen kennen: Erstaufnahme (EA), Bundesamt für Migration und Forschung (BAMF), Bundesarbeitsagentur (BA). Was sie auch lernen: Hinter diesen Abkürzungen verbergen sich selten Menschen, die ihnen schnell helfen können. Sie landen in der Warteschleife Asylverfahren, viele verlieren sich in dem Dschungel aus hoch spezialisierten Behörden.

Wir von der IG Integration+ versuchen, die Flüchtlinge durch die deutsche Bürokratie zu navigieren und sind gleichzeitig Botschafter für ein Land, das sie selbst erst noch kennenlernen. Als vor wenigen Wochen 15 Neuankömmlinge in das Flüchtlingsheim einzogen, war es für die IG sofort klar, dass wir dort unsere Hilfe anbieten werden. Zusammen mit zwei Übersetzern waren wir einen Samstagnachmittag im Heim und gaben unser Wissen weiter, welches wir uns durch sechs Jahre Flüchtlingsarbeit erarbeitet haben.

Die Interessengemeinschaft ist inzwischen zu einem kleinen Pool von Fachleuten zusammengewachsen. Interessierte, die sich im letzten Jahr an uns gewandt haben, schreckt ab, dass der „bürokratische Wahnsinn“, die „vielen gesetzlichen Regelungen“, kaum mehr zu verstehen sind und man sehr viel Zeit investieren muss, um den bürokratischen Teil, der ein großer Teil der Flüchtlingsarbeit darstellt, problemlos zu erledigen.

Wer sich dennoch dieser Hürde stellen möchte, ist in unserem Team sehr herzlich willkommen. Den Flüchtlingen, die in Neunkirchen-Seelscheid ihre neue Heimat gefunden haben, raten wir, die Sprache schnell zu lernen und unter die Leute zu gehen. Auch wenn die Sprachkurse nur noch für eine kleine Minderheit der Herkunftsländer kostenlos angeboten werden, gibt es über verschiedene Kanäle die Möglichkeit, via Internet an kostenlosen Deutschkursen teilzunehmen.

Wir sind sicher, je früher die Menschen in das tägliche Leben im Aufnahmeland eingebunden werden, desto größer sind die Chancen für eine gelungene Integration.   

Theresia Jonas

IG Integration + Neunkirchen

Weihnachtsfeier für Flüchtlinge

„Wichtig ist das Gefühl, willkommen zu sein“

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum … erklang bei der Weihnachtsfeier im Übergangsheim der Ohlenhohnstraße. Viele Bewohner folgten der Einladung zu einem kleinen „coronakonformen“ Beisammensein mit Plätzchen, Mandarinen, Nikolaus und Geschenketüten, die zuvor von den Ehrenamtlichen der IG Integration + gemeinsam verpackt wurden. Wie in den letzten Jahren zuvor, wurde der Weihnachtsbaum von der Bezugs- und Absatzgenossenschaft Neunkirchen eG gesponsert – hierfür herzlichen Dank.

Durch die regelmäßigen Besuche hat sich im vergangenen Jahr ein freundschaftlicher Kontakt zu den Bewohnern entwickelt. Vor allem die dort wohnenden Kinder werden von den Ehrenamtlichen regelmäßig unterstützt. Mit der Unterstützung des seit 2016 bestehenden Förderprogramms KOMM-AN NRW finden dort regelmäßig Mal- und Spielgruppen statt.

 Bevor es zur Übergabe der Geschenke kam, wurde der Weihnachtsbaum von den Kindern liebevoll geschmückt, die Frauen des Heimes freuten sich über die weihnachtliche Abwechslung und versorgten die Anwesenden mit kleinen „Überraschungen“ aus ihren Heimatländern. Ein zehnjähriger afghanischer Junge, der zum ersten Mal in Deutschland einen Weihnachtsbaum sah, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Er erzählte den Ehrenamtlichen, dass er in der Schule fleißig sein will, damit er ein guter Schüler wird, um später einmal ein eigenständiges und glückliches Leben führen zu können.

Am Ende der kleinen Feier strahlten viele Augen vor Dankbarkeit und der Hoffnung auf ein besseres Jahr 2022.

Theresia Jonas
IG Integration +

Das zu Hause für Tiere

Tara-Tierhilfe ist ein Lebensort für gerettete Tiere. Auf dem großen Areal leben Tiere ohne jegliche Nutzung in größtmöglicher Freiheit.

Am Samstag, den 25.09.2021 besuchten zwölf Kinder mit Migrationshintergrund den Tierhof in Lohmar. Viele von ihnen kannten Nutztiere nur von Erzählungen oder aus dem Schulunterricht. Damit die Kinder trotzdem den Bezug zur Natur und den Tieren erhalten, hat die IG Integration + mit Hilfe des Förderprogramms „Komm-An-NRW“, dieses Projekt der „Tiergestützten Pädagogik“ auf dem Hof der Tara-Tierhilfe ausgesucht.

Geleitet wurde das Projekt von Ulla Fiebig, die jedes einzelne dort lebende Tier mit Namen kennt und die Kinder wunderbar in die Welt der Tiere mitnehmen kann. Aufgeregt lauschten die Kinder den Erklärungen, sie lernten viele Tiere kennen: z.B. das Pferd Lucas, die Schweine Martin und Lizzy und Ziegenbock Pan.  Besonders beeindruckt waren die Kinder darüber, welche Fähigkeiten jedes Tier hat und wie schlau die Tiere sein können. Spielerisch und mit verschiedenen Methoden weckten Eva und Ulla das Mitgefühl für die Nutztiere bei den Kindern. Informationen regen zum Nachdenken an und motivieren zum Handeln für ein Umdenken, wie wir in Zukunft mit unseren Mitgeschöpfen umgehen wollen.

Der Nachmittag ging für die Betreuer und die Kinder, die aus vielen verschiedenen Ländern kamen, erlebnisreich und bunt zu Ende.      

Theresia Jonas

IG Integration +

Nach einem Jahr ein Teilerfolg für die Flüchtlinge geschafft!

In der Ratssitzung vom 09.09.2021 wurde unser Antrag vom 03.08.2020 einstimmig beschlossen.

Anregung gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW; hier: Infektionsschutz für alle:
Flüchtlinge dezentral unterbringen!


Beschlussvorschlag:
Die verbliebenen Übergangswohnheime sind grundsätzlich unverändert in ihrer Struktur beizubehalten und im Rahmen der Aufnahme- und Unterbringungsverpflichtungen zu nutzen. Die gewünschte Ausrichtung in dezentrale Unterbringungsstrukturen wird für den Personenkreis aufgegriffen, der sich auch ausländerrechtlich in einem verfestigten Bleiberecht befindet oder absehbar in ein solches wechseln wird. Bei allen anderen ausländerrechtlichen Verfahrensständen, insbesondere bei Duldungsverfahren, verbleibt es grundsätzlich bei der bisherigen Betrachtung und Vorgehensweise.
Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen möglich.

Begründung:
Zur weiteren Begründung wird auf die Verwaltungsvorlage zur Sitzung des Sozialausschusses am 10.06.2021 verwiesen. In der Sitzung hat die Verwaltung den Beschlussvorschlag um die grau hinterlegten und in kursiv geschriebenen Textpassagen erweitert. Diese Änderung erfolgt nach vorheriger Abstimmung mit der Interessengemeinschaft Integration +. Der Sozialausschuss hat in seiner Sitzung einstimmig den o. g. Beschlussvorschlag an den Rat der Gemeinde beschlossen. 

Der ursprüngliche Antrag:

http://session.neunkirchen-seelscheid.de/bi/getfile.asp?id=209295&type=do

Um unser Anliegen – eine gelungene Integration – umzusetzen, brauchen wir eine enge, vertrauensvolle und freundliche Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung.

Unser Team dankt allen Parteien für ihre Unterstützung.

Tarja Palonen-Heiße

IG Integration +
http://integration-nks.de/

„Wir müssen viel öfter betonen, was alles gut läuft“

Neun Flüchtlingshelfer der IG Integration+ aus Neunkirchen unterstützen Flüchtlinge seit Jahren. Vieles hat sich seit den Anfängen geändert. Anfangs kamen alle Asylbewerber direkt in den Unterkünften an, heute verbleiben sie zuerst in den Ersteinrichtungen, bis sie “verteilt” werden. Oft wissen wir gar nicht, wer neu in unsere Gemeinde gekommen ist. Früher waren wir Ansprechpartner*Innen bei allen Problemen, es gab Patenschaften und vieles mehr. Genau das wurde nun abgeschafft, so Sabine Fix, Sprecherin der IG.

Die Mitglieder der IG kennen sich bei Verwaltungsangelegenheiten inzwischen sehr gut aus und können so die Geflüchteten, die zu ihnen kommen, intensiv betreuen. Viele Flüchtlinge, die in Neunkirchen angekommen sind, haben hier längst eine zweite Heimat gefunden. Sie gehen arbeiten, die jüngeren Kinder zur Schule oder sie absolvieren sogar eine Ausbildung. Leider gibt es aber auch hier wie überall diejenigen, die nicht integrationswillig sind. Letztendlich liegt es immer an den handelnden Personen, ob Integration gelingt.

Die IG ist überzeugt davon, dass viel mehr möglich wäre, wenn Ämter, Flüchtlinge und Helfer besser zusammen arbeiten würden. Seit April 2021 findet über Zoom ein regelmäßiger Austausch mit dem Familien- und Sozialamt statt. Diese gemeinsame Zusammenarbeit soll langfristig u.a. noch mehr Flüchtlinge in Arbeit, Ausbildung oder FSJ bringen oder ihnen den Zugang zu Sprachkursen vermitteln. Die IG Integration fordert, dass Jeder, der arbeiten möchte auch arbeiten darf und jeder, der arbeiten kann auch arbeiten sollte. Die IG ist stolz darauf, dass sie seit einigen Monaten als ständiges beratendes Mitglied im Sozialausschuss vertreten ist.

Theresia Jonas
IG Integration+